Entspannung im Nahost-Konflikt drückt Ölpreise ins Minus

Symbolbild: Eine Ölförderanlage bei Sonnenuntergang
Symbolbild: Eine Ölförderanlage bei Sonnenuntergang · Foto: Tom Fournier / Pexels

Die internationalen Ölpreise haben am Freitagmorgen leicht nachgegeben. Nach einer mehrtägigen Aufwärtsbewegung fiel die Nordseesorte Brent in den ersten Handelsstunden um 0,7 Prozent auf 103,53 US-Dollar pro Barrel. Die US-Rohölsorte West Texas Intermediate (WTI) verbilligte sich zeitgleich um 0,6 Prozent auf 90,97 US-Dollar. Auslöser für den Kursrückgang sind Signale einer möglichen Entspannung im geopolitischen Konflikt im Nahen Osten.

Kurschart Brent-Öl, letzte 30 Tage
Brent-Öl, Tagesschlusskurse der letzten 30 Tage. Quelle: Yahoo Finance, eigene Darstellung. Stand: 09.10.2026

US-Präsident Donald Trump erklärte im Vorfeld der US-Zwischenwahlen am 3. November, dass Washington derzeit produktive Gespräche mit Teheran führe und vor den Wahlen keine militärischen Angriffe auf den Iran plane. Ergänzend berichteten iranische Medien, dass die Führung in Teheran einen Vorschlag zur Wiedereröffnung der strategisch wichtigen Straße von Hormus prüfe. Diese Entwicklungen milderten am Markt vorerst die Sorgen vor gravierenden Lieferengpässen in der Schlüsselregion.

Die Marktreaktion unterstreicht die hohe Sensibilität der Rohstoffmärkte gegenüber geopolitischen Nachrichten. Die Straße von Hormus gilt als Nadelöhr der globalen Energieversorgung, da hier normalerweise knapp ein Fünftel des weltweiten Erdöls transportiert wird. Obwohl anhaltende Spannungen und ein herannahender Hurrikan im Golf von Mexiko das Angebot weiter belasten, sorgt das Ausbleiben einer unmittelbaren Militäreskalation für eine vorübergehende Beruhigung an den Versorgungsrouten und dämpft den Inflationsdruck an den Finanzmärkten.