G7-Staaten geben 100 Millionen Barrel Öl aus Reserven frei

Symbolbild: Förderanlagen für Rohöl auf einem Ölfeld.
Symbolbild: Förderanlagen für Rohöl auf einem Ölfeld. · Foto: Miguel Cuenca / Pexels

Die G7-Industriestaaten haben eine koordinierte Freigabe von bis zu 100 Millionen Barrel (rund 15,9 Milliarden Liter) Rohöl und Diesel aus ihren strategischen Reserven beschlossen. Die Maßnahme soll über einen Zeitraum von vier Monaten über die Internationale Energieagentur (IEA) laufen, um den angespannten globalen Energiemarkt zu entlasten. An den Rohstoffbörsen reagierten die Notierungen umgehend mit Kursabschlägen: Der Preis für die US-Rohölsorte WTI fiel um 1,9 Prozent auf 91,11 US-Dollar je Barrel, während die Nordseesorte Brent um 2,5 Prozent auf rund 99,66 US-Dollar nachgab. (Stand: 3. Oktober 2026).

Kurschart Brent-Öl, letzte 30 Tage
Brent-Öl, Tagesschlusskurse der letzten 30 Tage. Quelle: Yahoo Finance, eigene Darstellung. Stand: 02.10.2026

Auslöser der weltweiten Engpässe und des massiven Preisanstiegs in den vergangenen Monaten sind geopolitische Konflikte im Nahen Osten sowie Blockaden wichtiger Transportrouten wie der Straße von Hormus. Die verabschiedete Vereinbarung sieht vor, dass in den ersten 20 Tagen vor allem Dieselreserven beschleunigt auf den Markt gebracht werden. Damit reagiert die G7-Gruppe unter Beteiligung Deutschlands, Frankreichs und der USA auf drohende Treibstoffknappheiten und die Gefahr einer erneuten Inflationswelle.

Die Notfallmaßnahme verdeutlicht die anhaltend hohe Verwundbarkeit der globalen Energieversorgung. Für die Finanzmärkte und Zentralbanken ist der Rückgang der Ölpreise ein entscheidendes Signal, da steigende Energiekosten als Haupttreiber der Inflation gelten. Ein nachhaltiger Preisrückgang könnte den Zinsdruck auf Notenbanken wie die US-Fed und die EZB mildern und den Aktienmärkten wieder mehr Spielraum für Erholungen verschaffen.