Goldpreis sackt ab: Starke US-Arbeitsdaten schüren Zinsängste

Symbolbild: Goldbarren als klassisches Edelmetall-Investment
Symbolbild: Goldbarren als klassisches Edelmetall-Investment · Foto: Zlaťáky.cz / Pexels

Der Goldpreis ist am Donnerstag spürbar unter Druck geraten und auf den tiefsten Stand seit mehr als zwei Monaten gefallen. Der Spotpreis für die Feinunze Gold sackte im Verlauf des Handels um bis zu 1,9 Prozent ab und notierte zeitweise bei 4.060,37 US-Dollar. Auslöser für den Kursrutsch waren überraschend robuste US-Arbeitsmarktdaten sowie anhaltende Sorgen vor einer hartnäckigen Inflation, die die Zinserwartungen an der Wall Street weiter anheizen.

Kurschart Gold, letzte 30 Tage
Gold, Tagesschlusskurse der letzten 30 Tage. Quelle: Yahoo Finance, eigene Darstellung. Stand: 22.10.2026

Nach Angaben des US-Arbeitsministeriums sanken die Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe in den USA in der vergangenen Woche überraschend auf 194.000, was den niedrigsten Wert seit Ende Juli darstellt. Analysten hatten im Schnitt mit etwa 200.000 Anträgen gerechnet. Die anhaltende Stärke des US-Arbeitsmarktes gibt der US-Notenbank Federal Reserve mehr Spielraum, ihren geldpolitischen Straffungskurs fortzusetzen. Parallel dazu befeuern die gestiegenen Energiepreise Befürchtungen, dass die Inflation auf hohem Niveau verharren könnte. An den Finanzmärkten stieg die Wahrscheinlichkeit für eine weitere Zinserhöhung der Fed um 0,25 Prozentpunkte im Dezember.

Höhere Leitzinsen und steigende Renditen für US-Staatsanleihen erhöhen die Opportunitätskosten für das Halten von Gold, da das Edelmetall im Gegensatz zu Anleihen keine laufenden Erträge wie Zinsen abwirft. Zudem profitierte der US-Dollar von den robusten Konjunkturdaten und legte im Tagesverlauf zu, was in Dollar gehandelte Rohstoffe für Käufer aus anderen Währungsräumen verteuert. Die aktuellen Entwicklungen unterstreichen, wie stark der Goldmarkt derzeit zwischen geopolitischen Risiken und den Zinserwartungen der US-Notenbank schwankt. (Stand: 22. Oktober 2026).