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Ölpreis fällt unter 100 Dollar nach Berichten über Reserven-Freigabe

Die internationalen Ölpreise sind am Freitagnachmittag spürbar unter Druck geraten. Auslöser für den deutlichen Kursrutsch sind neue Berichte über konkrete Beratungen innerhalb der Europäischen Union zur gezielten Freigabe strategischer Notreserven. Ein Barrel (159 Liter) der Nordseesorte Brent zur Lieferung im Dezember verbilligte sich am 2. Oktober um rund 2,7 Prozent auf 99,55 US-Dollar und fiel damit wieder unter die psychologisch wichtige Schwelle von 100 US-Dollar. Die US-Referenzsorte West Texas Intermediate (WTI) gab zeitweise sogar um rund 3,5 Prozent auf 89,20 US-Dollar nach.

Hintergrund der jüngsten Marktverluste ist ein französischer Vorschlag, über den Regierungsvertreter der EU-Mitgliedsstaaten am Freitag beraten haben. Demnach steht eine koordinierte Freigabe von 50 Millionen Barrel Diesel aus europäischen Beständen sowie weiteren 50 Millionen Barrel Rohöl über die Internationale Energieagentur im Raum. Die politische Initiative reagiert auf den jüngsten Druck aus Washington: Die US-Regierung hatte die europäischen Partner zuvor gedrängt, eigene Kraftstoffreserven am Markt bereitzustellen, um akute Versorgungsengpässe zu lindern und ein drohendes US-Ausfuhrverbot für Diesel zu verhindern.
Die Entwicklung besitzt eine hohe Bedeutung für Finanzmärkte und Volkswirtschaften. Eine spürbare Preissenkung bei Rohöl und raffinierten Produkten wie Diesel dämpft die weltweiten Inflationssorgen ab, die zuletzt durch geopolitische Spannungen im Nahen Osten angeheizt worden waren. Sinkende Energiepreise entlasten nicht nur Verbraucher und Industrie, sondern verschaffen auch den Notenbanken größeren Spielraum bei ihren anstehenden Leitzinsentscheidungen.


