Ölpreis klettert wegen Hurrikan-Risiko über 100-Dollar-Marke

Symbolbild: Förderanlage zur Gewinnung von Rohöl
Symbolbild: Förderanlage zur Gewinnung von Rohöl · Foto: Strange Happenings / Pexels

Die internationalen Ölpreise haben am Mittwochvormittag (Stand: 7. Oktober 2026) ihre Erholung fortgesetzt und die psychologisch wichtige Marke von 100 US-Dollar überschritten. Ein Barrel der Nordseesorte Brent zur Lieferung im Dezember verteuerte sich um 0,74 Prozent auf 101,32 US-Dollar. Hauptauslöser für den Kursanstieg sind Warnungen vor einem aufziehenden Tropensturm im Golf von Mexiko, der sich in den kommenden Tagen zum ersten Hurrikan der US-Saison entwickeln könnte.

Kurschart Brent-Öl, letzte 30 Tage
Brent-Öl, Tagesschlusskurse der letzten 30 Tage. Quelle: Yahoo Finance, eigene Darstellung. Stand: 07.10.2026

Die Wetterprognosen versetzen Händler in Nervosität, da die Region im Golf von Mexiko für etwa 15 Prozent der US-Rohölförderung steht. An der Küste konzentriert sich zudem knapp die Hälfte der gesamten US-Raffineriekapazitäten von täglich 18,2 Millionen Barrel. Einzelne Betreiber haben vorsorglich mit der Evakuierung von Offshore-Plattformen begonnen. Verschärft wird die Lage durch anhaltende Spannungen im Nahen Osten: Die Schifffahrtsbehörde UKMTO meldete für den Monat Oktober bereits neun Angriffe auf Tanker in der Straße von Hormus.

Kontext: Die Preisentwicklung beim Rohöl ist für Finanzmärkte und Notenbanken von zentraler Bedeutung, da steigende Energiepreise den Inflationsdruck erneut anheizen können. Da die weltweiten Lagerbestände an Diesel und Rohöl aktuell ungewöhnlich niedrig sind, fehlt dem physischen Markt der Puffer, um wetterbedingte Lieferausfälle oder geopolitische Störungen schadlos abzufedern.